


Wer heute neu baut, ohne das solare Heizen zumindest zu erwägen, kommt zu einer Entscheidung, die er vielleicht bereuen wird. Nachträglich eine solare Heizung einzufügen kommt um ein Vielfaches teurer als sie gleich zu Beginn in das Konzept einzubeziehen. Tatsächlich gibt es beim Neubau von kleinen Eigenheimen ab 135.000 Euro bereits Häuser mit Sonnenwärmeanlage, die immerhin 30 Prozent des Wärmebedarfs für das Heizen (und das Warmwasser sowieso) solar abdeckt. Eigenheime aber 140 Quadratmeter Wohnfläche, die nach dem Prinzip des Sonnenhauses entworfen sind, erzielen 50 Prozent und mehr; Häuser dieser Art erreichen ihr wirtschaftliches Optimum bei etwa 70 Prozent solarer Deckung, realisierbar zu Baukosten ab etwa 275.000 Euro. Bei allen Sonnenhäusern nimmt der Pufferspeicher einen zentralen Raum etwa in der Mitte des Hauses ein. Mit mehr architektonischem Aufwand zur Unterbringung eines sehr großen Pufferspeichers sind sogar nahezu 100 Prozent noch erschwinglich erzielbar.
Sonnenhäuser benötigen gute Dachbedingungen hinsichtlich der Dachneigung und der Ausrichtung nach Süden und natürlich ein großes, wenig zerklüftetes Dach für 40 oder mehr Quadratmeter Kollektorfläche. Der Pufferspeicher erstreckt sich in der Regel über zwei Stockwerke. Für den Baustandard Sonnenhaus gelten die folgenden Hauptkriterien:
Der Dämmstandard muss die Energieeinsparungsverordnung EnEV 2009 um 30 Prozent oder mehr übertreffen.
Das Gebäude muss den Anforderungen des KfW-Energieeffizienzhauses 55 entsprechen.
Der Primärenergiebedarf muss unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr (kWh/m²a) liegen, mit den Primärenergiefaktoren Strom 2,7 und Holz 0,2).
Hauptenergieträger der Heizung muss die Sonne sein, mit einem solaren Deckungsgrad (für Heizung und Warmwasser) über 50 Prozent.
Der solare Deckungsgrad muss sowohl für den Klimastandort des Bauvorhabens als auch für den Standort Würzburg (sogenanntes "Würzburger Haus") nachgewiesen werden. Die ergänzende Nachheizung muss regenerativ mit Holz geschehen und im Verbrauch zwischen 0,5 und 4 Raummeter pro Jahr (rm/a) liegen.
Solare Deckung von 30 bis 70 Prozent, zum Beispiel bei Helma - mit Solarheizungen von Soli fer (Bild: Helma)
Sonnenhäuser gemäß diesen Anforderungen gibt es bundesweit, die Bauherren sind sehr zufrieden. Die Presse hat das Sonnenhaus als Alternative zum Passivhaus erst in jüngster Zeit entdeckt. Von diesem unterscheidet es sich in einigen wesentlichen Punkten. Sonnenhäuser verwenden auch für die Dämmung natürliche Baustoffe und zwingen den Bewohnern kein hermetisches System auf; sie bewohnen das Haus in natürlicher, gewohnter Weise in einem gesunden Raumklima, in dem sie mit eigener Intelligenz lüften und heizen. Durch den Verzicht auf eine Wärmepumpe bleiben sie beim Heizen von der Sorge um Änderungen bei den Stromtarifen verschont; sie ergänzen die kostenlose solare Beheizung durch eine behagliche Holzfeuerung. Mehr über Sonnenhäuser erfahren Sie beispielsweise bei der Helma Eigenheimbau AG.
Die Anforderungen an die Dachfläche ähneln denen des Sonnenhauses, aber weniger streng: 20 Quadratmeter Kollektorfläche genügen. Der solare Deckungsgrad liegt bei 30 bis 40 Prozent. Solche Häuser erfüllen normalerweise den Standard des KfW-Effizienzhauses 70, wobei der Pufferspeicher in der Größenordnung von 1000 Litern beinahe unbemerkt im Keller untergebracht werden kann.