


Manches Argument, das Sie als Privatmensch gelten lassen, erfährt einen anderen Drall, sobald Sie - beispielsweise als Chef einer Wohnungsbaugesellschaft - eine größere Gebäudesanierung ins Auge fassten, um den Anforderungen und Chancen der EnEV (Energieeinsparverordnung) und des Energiepasses für Gebäude gerecht zu werden.
Wieso ist eine gewerbliche Anlage nicht wie die im Eigenheim, nur eben größer?
Die höhere Zahl der Nutzer, der Zweck der Anlage, der umbaute Raum ermöglichen es, die Gesetze der Physik geschickter auszubeuten im Sinne eines wirtschaftlichen Wärmehaushalts. Anlagen über 100 Quadratmeter Kollektorfläche müssten daher leichter zu konzipieren sein als ihre kleineren Verwandten. Das ist aber nur theoretisch der Fall, oft wird dieser Vorzug bereits in der Planung verspielt.
Schon beim Eigenheim ist jede Anlage eine Frage der Abwägung, die wir im AbschnittDimensionierung beschreiben. Beim eigenheim kommt praktisch immer eine Variante der Kombianlage heraus (für Heizung plus Warmwasser, gemäß der 20/40 Faustregel). Zwischen der privaten Einzelanlage und der gewerblichen Spezialanlage - in der Größenordnung zwischen fünf und fünfzehn Haushalten - tut sich dann eine planerische Grauzone auf. In ihr gibt es gelegentlich mehr als eine gültige Lösung, und jede ist schlüssig, aber dummerweise widersprechen sie einander.
Widersprüchliche Zielvorgaben sind beispielsweise:
Hauptsache, Heizkosten werden gespart
Viele könnten gleichzeitig duschen
Mollig soll's sein, auch wenn der Strom ausfällt
Muss sich amortisieren in sieben Jahren
usw.
Erschwerende Vorbedingungen sind beispielsweise:
Viel Platz auf dem Dach, aber kein Raum für Pufferspeicher
Viel Platz für Pufferspeicher, aber das Dach steht schlecht
Das Objekt ist nur teilweise vermietet
Die Lieferanten sind schon vorgeschrieben
Das Projekt ist nachträgliches Anhängsel einer Generalsanierung
usw.
Wer in dieser planerischen Grauzone zurechtkommt - so sehen wir das, in aller Unbescheidenheit - der berät auch den Eigenheimkunden wie den Bauherren für Großanlagen im Sinne des guten Designs: Das heißt, Zweck, Funktion, Wirtschaftlichkeit und Ausführung sind aufeinander abgestimmt - der Kunde bekommt, was ihm nützt, zum bestmöglichen Preis. Übrigens bleiben die verwendeten Baugruppen dieselben, sie sind modular verwendbar (daher vergleichsweise preiswert) und werden notfalls durch Sonderanfertigungen ergänzt. Aber ersetzbar durch billigere Komponenten wären sie nur auf Kosten der Funktion und/oder der Wirtschaftlichkeit.
Zur Lösung führen drei Wege: Der richtige, der falsche, und mein Weg (Robert de Niro, in dem Film "Casino"); das Zitat ist auch als Sinatraprinzip bekannt.
Bei Ausschreibungen wird - zugunsten eines kurzfristigen Preisvorteils - häufig schon vorab eine vernünftige solarthermische Problemlösung blockiert, mit der wesentlich mehr Betriebskosten eingespart würden als die Anfangsinvestition ausmacht. Fragen Sie uns, was wir von derartigen Vorhaben halten ...
Referenzen für gewerbliche Objekte:
Holbeinstraße
Lenbachstraße
Feuerwehrstraße
Markkleeberg
Herderstraße
Limbach-Oberfrohna.
An dieser Stelle geht der Rundgang durch unser Produkt- und Leistungsangebot zu Ende. Unser Unternehmen, angesiedelt im Handwerk und in der Wissenschaft, erkunden Sie im nächsten Abschnitt Unternehmen