


"Wird die Welt zu realistisch, reagiere humoristisch." (Rolf Trexler)
Hier gedenken wir eines der großen Puppenspieler Europas. Man kennt ihn zumal aus der Blütezeit seiner Bühne am Burgtor in Rothenburg. Sogar Picasso besuchte das Puppenkabarett, um ihn zu erleben. In seiner sächsischen Heimat jedoch war Rolf Trexler nahezu vergessen, bis wir ihn für uns entdeckten und im Sonnenfleck der Öffentlichkeit wieder nahebrachten. Dem lag keine Rührseligkeit gegenüber einem Verwandten des Firmenchefs zugrunde, einen Großvater hat schließlich jeder, manche sogar zwei. Den Lebensspuren dieses Großpapas nachzugehen, ließ uns lächeln, immer wieder, denn es stellte sich dieser Querkopf, der gerne einen Streit zu pflegen wusste, trotzdem als Vorbild für das Marketing von Soli fer heraus. Für das Marketing? Ja, und nicht nur dort. Lassen Sie hier Ihre Neugier wecken.
Ausstellungen über Rolf Trexlers Künstlerleben vom 6. bis 14. Mai 2006 in Rothenburg ob der Tauber und, während der Puppenfestspiele vom 19. bis 21. Mai, in Hohnstein in der Sächsischen Schweiz.
Die Lebensgeschichte Rolf Trexler, Lustigmacher (1907 - 1985) von Nicole Windisch und Timo Leukefeld.
Wie es zur Trexlerforschung kam und was daraus wurde.
Aus der Tradition des russischen Altmeisters Sergej Obraszow übernahm Trexler viel Technik des Puppenspiels. Für seinen eigenen Spielstil verband er sie mit der Technik der Javanischen Stabpuppen.
Trexler war ein Spötter, ein Künstler, er vermählte die Sprache Karl Valentins und Kurt Tucholskys mit der Bewegung seiner Puppen derart, da konnte dem Zuschauer klamm ums Herz werden oder er lachte über die Gestalten auf der Bühne, die das Leben wiedergeben, als wären sie Menschen und können es doch besser als sie.
"Puppentheaterwerbung drängt sich nicht auf", sagte Trexler, wahrscheinlich war sie deswegen so erfolgreich, unter anderen für die Bayer AG, für Robinson Rum, für Karstadt und Kaufhof. Bei Soli fer greifen wir das gerne auf und setzen die Tradition des Puppenkabaretts fort mit einem eigenen Figurentheaterstück, das im Frühjahr 2007 in Dresden seine Premiere erleben wird. Kultur nützt den Menschen in der Wirtschaft, woraus nur dann ein Schuh wird, wenn umgekehrt die Wirtschaft der Kunst zur Verfügung steht.
Sich selbst nannte Trexler einen Lustigmacher. Das wurde ihm auch von Amts wegen bescheinigt, wenn auch mit anderen Worten: "Herr Trexler gilt als außerordentlich schwieriger Charakter und hat sich immer ein wenig außerhalb der allgemeinen Normen bewegt." Da hat der brave Beobachter sicher rechtgehabt: Wo sonst könnte sich ein Künstler bewegen als außerhalb des Raumes, wo einem nur das Genormte einfällt? Wir bemühen uns bei Soli fer um Wertarbeit, jenes Quentchen mehr als die genormte Qualitätsarbeit. Dem Großvater danken wir für die Gelegenheit, die Welt durch seine Augen erleben. oder sind es die seiner Figuren?