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atmosphaerisches Bild

Der abnehmende Grenznutzen

Drei Lagen Salami

Wer mit Liebe kocht, beispielsweise weil er meint, gesundes Essen müsse erst einmal schmecken, hat bald den Dreh heraus, dass doppelt gemoppelt vielleicht doppelt hält, aber nicht doppelt schmeckt.

Eine edle Salami, hauchdünn gehobelt, erblüht am Gaumen. Eine dickere Scheibe schmeckt zwar auch noch, aber nicht besser. Noch dicker, und der Verzehr wird zur schieren Vergeudung, der Genuss lässt nach, statt der Blüte herrscht Fülle. Franzosen unterscheiden daher den Gourmet vom Gourmand.

Dieses Prinzip ist Betriebswirten als abnehmender Grenznutzen vertraut, und es gilt sogar ... im Fußball. Wenn unser Team bei der kommenden Weltmeisterschaft mit doppelt so vielen Spielern gegen Brasilien antreten dürfte (weil wir als Gastgeber schutzbedürftig sind), würde das unsere Spielstärke kaum verdoppeln. Ballack und Klose würden einander auf den Füßen herumstehen, derweil schiebt Ronaldo ein Tor nach dem anderen ein, auf der anderen Seite; der blickt nämlich durch.

Der Physik ist dieses Prinzip seit der Vertreibung aus dem Paradies bekannt, vermutlich handelt es sich um ein Naturgesetz. Welches sich der Bauherr zunutze macht, indem er nicht so viele Kollektoren auf sein Dach pappt wie drauf passen, und keinen extra Keller buddelt für zusätzlichen Pufferspeicher.

Es gibt ein Optimum, nicht zu wenig und nicht zuviel, das kann man ermitteln. Wie bei der Salami.


PS: Das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen (1. Gossen'sches Gesetz) besagt, dass jede weitere Einheit eines Gutes einen geringeren zusätzlichen Nutzen als die vorangegangenen Einheiten bringt. Ist der Grenznutzen gleich null, so ist die Sättigung erreicht.


(Dieser Beitrag stand in der eMail-Ausgabe des Sonnenflecks vom März 2004)

31.03.04 | Oliver Baer

Kommentare zu diesem Artikel:

Was hat Physik mit dem Hunger auf Äpfel zu tun? Genuss und Sättigung ist eher mit den limitationalen Produktionsprozessen, wie man sie in der Chemie findet zu assoziieren.
Oder: warum sollte ausgerechnet eine Physikerin wie's Angela wirklich was für Deutschland tun?
Deutschland dienen heisst noch lange nicht seine Entwicklung fördern - in welcher Richtung auch immer - gelle!


Pescatore Antonio | 21.03.06 18:04

Das ist nun im solchen Maße sarkastisch, dass der arme Leser schon nicht mehr erkennt, was Sie damit sagen möchten, ich jedenfalls nicht. Vielleicht erklären Sie sich?


Oliver Baer | 22.03.06 20:02

KOMPLIZIERT WIE DIE POLITIK: DIE VERMEINTLICH STEUERT, ABER doch nur treibgutähnlich den Gesetzen der freien Marktwirtschaft gehorcht -
kein Politiker wird die Zeichen der Zeit erkennen, es wird nicht geregelt (regiert), sondern reagiert.


thilo kreicker | 21.05.06 14:14

Guten Tag,
ich kenn mich mit Grenznutzen nicht aus und habe Schwierigkeiten die Argumentation nachzuvollziehen. Ich bin über die Diskussion von Röhrenkollektoren auf diese Seite gekommen und hoffte zu erfahren, warum Grenzkosten bereits gegen Röhren sprechen (abgesehen vom Preis). Wenn ich Ihre vorhergehenden Ausführungen richtig verstehe, geht es um ein Optimum an Energieausbeute (gemessen am Energiebedarf des Gebäudes), die durch die Fläche an installierten Sonnenkollektoren erreicht werden kann. Wenn die für die Installation der BUSO-Flachkollektoren verfügbare Fläche nicht ausreicht, um dieses Optimum zu erreichen (z.B. bei einem Mehrfamilienhaus) - ist es dann nicht sinnvoll auch Röhrenkollektoren in Betracht zu ziehen?


Alfred Olfert | 19.01.07 13:59

Selbstverständlich kann das sinnvoll sein. Vergleichen Sie, wieviel Sie damit erreichen und zu welchem Preis Sie es erreichen.

Zu bedenken ist allerdings, dass die Wahl der Kollektoren alleine kein Optimum bewirkt. Wichtiger ist die Harmonie der gesamten Systemtechnik, man könnte auch sagen: die optimale Speicherung und Nutzung der vom Dach geernteten Wärme und ihre Haushaltsführung mithilfe des Reglers.


Oliver Baer | 20.01.07 10:05

Lieber Herr Olfert,

wenn die zur Verfügung stehende Dachfläche begrenzt ist, könnte man das theoretisch mit Röhrenkollektoren ausgleichen. Wo laut unserer 20/50 Regel zum Beispiel eigentlich 20 m² Flachkollektoren installiert werden müßten, könnte die selbe Leistung auch von 16 m² Röhrenkollektoren erbracht werden. Aber in dem Fall eben nicht von 10 m² Röhrenkollektoren! Letztere leisten maximal 20% jährlichen Mehrertrag im Vergleich zu Flachkollektoren. Das ist aber nur ein Aspekt. Der wichtigere ist der betriebswirtschaftliche Aspekt: Röhrenkollektoren kosten in der Regel 2-3 mal so viel pro m² wie Flachkollektoren, halten nicht so lange und können i.d.R. nicht als Dachersatz (Solardach statt Dachziegel) verwendet werden. Die Optik noch ganz außer Betracht gelassen.

Entscheidend ist und bleibt das regelungstechnische und hydraulische Konzept der Anlage. Das entscheidet am Ende über viel oder wenig Brennstoffeinsparung.


Timo Leukefeld | 21.01.07 22:35

Hallo Leute,

können die von Euch verwendeten Kollektoren auch an der Wand befestigt werden? Da die Dachfläche nach Süden ausgerichtet sehr klein ist (Walmdach).


Holger Baumann | 23.03.09 16:13

Ja, sehen Sie zum Beispiel hier:

Mehrfamilienhaus in Markkleeberg mit Walmdach.


Oliver Baer | 24.03.09 09:04

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