


Ein Wendeopfer in Südafrika (auch dort gab es Anfang der Neunziger eine Wende) war das National Symphony Orchestra, mit Sitz in Johannesburg: Für europäische Kultur gebe es nun kein Geld mehr, schließlich sei man in Afrika, man habe nun auch kulturell andere Prioritäten.
Schwache Argumente, kraftvoll vorgetragen, kennt man auch hierzulande, etwa um die Streichung der Dresdner Musikfestspiele. Bei sowas wird gerne die Kultur gegen die Sozialpolitik ausgespielt: Geld für Konzerte, oder für Jugendarbeit - was denn nun wichtiger wäre, bitte schön?
In der Tat, bei Einbruch der Finsternis ist mit Dunkelheit zu rechnen. Das Musikleben, liebe Lichtgestalten, ist kein Luxus, auch Standortfaktor ist es nur außerdem. Konzerte, wo man sich die Mühe macht, hinzugehen und mit den Künstlern etwas auf die Beine bringt - denn Musik zuhören ist ebenso schwierig wie Musik machen - also, Konzerte sind das Saatgut für die Ernährung des Geistes. Und Saatgut frisst man nicht, verramscht es nicht und verbreitet auch nicht, es wäre heuer zu teuer.
Vielleicht gehören Unterschriften auf Überweisungsformulare für die Förderung der Festspiele statt auf Protestlisten. Und Musik, wenn sie nicht museal daher schreitet, törnt auch die Jugend an.
Von Afrika wäre zu lernen: Nachdem das National Symphony Orchestra einging, hat sich ein privat finanziertes Johannesburg Philharmonic Orchestra etabliert, das schon ganz ordentliche Musik zu Gehör bringt, jedenfalls eine lebendige. Was man eben so "live" nennt.
Nichts war darüber zu lesen auf der offiziellen Dresdner Netzauftritt
Dafür gibt es hier einen Abriss
Saatgut in unserer Praxis
Wo wir bereits schponsern
(Dieser Beitrag stand in der eMail-Ausgabe des Sonnenflecks vom Mai 2004)
Bernhard Fürst zeigte uns diesen Link:
Übrigens ist Soli fer einer der vehementesten Kämpfer gegen die
Streichung der Musikfestspiele - laut Google :)
http://www.google.com/search?q=Streichung+Dresdner+Musikfestspiele
Danke für den Hinweis!