


An der Rechschreibreform beteiligen wir uns, wo sie einen Sinn stiftet, verkündeten wir in der Juliausgabe des Sonnenflecks. Darauf schrieb uns eine zornige Mutter:
"Unseren Kindern helft Ihr damit bestimmt nicht. Sie sind angehalten, ALLE Neuerungen der Rechtschreibreform zu lernen und zu nutzen. Wie sollen sie das Wirrwarr verstehen, wenn jeder seine eigenen Regeln definiert?"
Es wird Sie freuen, wie die Reformgegner von Dieter Zimmer in der ZEIT abgewatscht werden ("Wettbewerb der Besserwisser"). Aber auch die großen Schwächen der Reform fasst er mit wenigen Beispielen zusammen:
"Sie liegen in den alten Unsicherheitszonen Fremdwort, groß/klein, getrennt/zusammen, in denen sich ständig verschiedene Logiken gegenseitig durchkreuzen, sodass es wirklich befriedigende - jedem intuitiv einleuchtende - Lösungen gar nicht geben kann."
Regeln, die nicht einleuchten, werden von zu wenigen befolgt, da nützt auch kein Zwang. Die größte Schwäche der Reformschreibung aber bestehe darin,
"... dass sie an einigen Stellen tut, was keine Orthografie tun darf: jemanden zwingen, zu schreiben, was er gar nicht meint." Die vermehrte Getrenntschreibung "zerreißt Begriffe wie sogenannt, umweltschonend, vielversprechend, wohlverdient in ihre Bestandteile, die einzeln jedoch meist etwas anderes bedeuten, und scheint sie damit aus der Sprache zu tilgen - ein Unding."
Sehen Sie, solche Undinge bringen wir nicht übers Herz.
Zimmer schlägt vor, die Übergangsphase unbefristet zu verlängern. Das käme auch Ihren und unseren Sorgen entgegen: Unsere Kinder würden nicht länger gepiesackt und man könnte in aller Ruhe daran gehen, den Faltenwurf der Reform neu einzubügeln. Gelungen wäre die Reform erst, wenn sie die SMS am Handy und die Schwatzbuden im Internet durchdringt, weil Kinder (und ihre Eltern!) sie wie von alleine befolgen.
Was darauf hindeutet, dass die Rechtschreibung noch das geringste unserer Probleme ist. Falls aber tatsächlich Kinder den Sonnenfleck lesen, müssten wir noch pfleglicher mit der Sprache umgehen als wir uns ohnehin bemühen. (ob)
> "Unseren Kindern helft Ihr damit
> bestimmt nicht. Sie sind angehalten,
> ALLE Neuerungen der Rechtschreibreform
> zu lernen und zu nutzen. Wie sollen
> sie das Wirrwarr verstehen, wenn jeder
> seine eigenen Regeln definiert?"
Und wie sollen Sie erst das Wirrwarr verstehen, wenn sich die aktuell gültige
Rechtschreibung im Quartalrhythmus ändert?
Sie sehen, es ist dasselbe Argument...
Trotzdem bin ich der Meinung, daß es durchaus Wichtigeres gibt, als sich über die Getrenntschreibung von Wörtern oder wunderliche neue Kommaregeln Gedanken zu machen.
Fazit: Ich schreibe so, wie es zu meiner Zeit mal als "richtig" gelehrt wurde. Und ich kann Ihnen garantieren, daß ich garantiert weniger Fehler dabei mache als jeder Möchtegern-"Neu"schreiber mit seiner tagesaktuellen Version der Rechtschreibung.
THEMAWECHSEL.
Es ist nicht sehr ergonomisch, hier in dieser engen Textbox in hellgrauen Text
auf weißem Hintergrund etwas zu schreiben.
Da hat wohl der Grafiker mal bestimmen dürfen und der Ergonom war kurzzeitig außer Haus? Dürfen wir dann demnächst weiß auf weiß schreiben?