


Ein Quadratmeter Kollektorfläche gilt als 0,7 Kilowatt. Auf dieser Basis lassen sich Solarthermie, Solarstrom und Windstrom vergleichen: Mehr dazu bei den Kollegen auf der Sonnenseite.
Weltweit leisten Sonnenwärmeanlagen demnach dreimal soviel wie die Windräder und 62mal soviel wie die Photovoltaikmodule. Man solls nicht für möglich halten!
Angeberei verführt aber nur zum Schummeln. Stellen Sie sich vor, Sie montieren in den Polo einen Porsche-Tachometer: Guck mal, wie schnell meiner kann! Haufenweise Solarkollektoren auf dem Dach oder deren Ernte mit Fördermitteln zu belohnen, läge auf demselben Niveau.
Es ist unerheblich, wieviel Wärme vom Dach bis zum Wärmemengenzähler durchdringt. Es zählt nur, wieviel Energie aus fossilen Quellen wir beim Heizen einsparen. 300 Stundenkilometer kann man auch im Windkanal simulieren, dazu muss die Kiste nicht einmal auf die Rennstrecke.
Unser Beitrag zu diesem Thema im vorigen Sonnenfleck hatte eine Diskussion vom Zaun gebrochen: Ist drin, was drauf steht?, da haben sich Einige tüchtig ereifert. Aber es fehlten die Befürworter der Tachometerförderung. Sie hatten in der Lobby zu tun, oder mochten öffentlich auf die Sache lieber nicht eingehen.
Das weiß man ja immer nie. (ob)
"Solarwärme-Anlagen können bis zu 60 Prozent des Wärmebedarfs eines Einfamilienhauses decken. Zur Zeit hat erst etwa jedes 20. Einfamilienhaus in Deutschland eine Solarwärmeanlage. Das Potenzial ist riesig - etwa 20 Millionen Gebäude warten darauf, von der Kraft der Sonne zu profitieren", steht in einer
Pressemitteilung von Minister Trittin.
Das stimmt teilweise. Tatsächlich können bis nahe 100% gedeckt werden, (siehe Energetikhaus 100), andererseits gibt es auch Hausdächer, die liegen im Schatten, die sollten wir nicht mitzählen.
Der Rest der Pressemitteilung lässt darauf schließen, dass die Tachometerförderung längst nicht vom Tisch ist. Daher noch einmal zum Mitschreiben: Bei der Photovoltaik kann überschüssige Energie ins öffentliche Netz gespeist werden, bei der Solarthermie geht das nicht, da muss die geerntete Energie am Ort der Erzeugung verbraucht werden. Das kann auf zwei Wegen geschehen: Erstens sinnvoll, für Heizung und Wassererwärmung, zweitens geschummelt, indem die gewonnene Ernte gleich wieder zum Fenster hinausgepustet wird.
Tachometerförderung, also eine Förderung die sich daran bemisst, wieviel Wärme von den Kollektoren geliefert wird, setzt in der Mitte des Prozesses an und reizt zum Betrug im großen Stil. Wir bleiben dabei: Eine echte Ernte ist nur, was den Verbrauch an Brennstoffen verringert - was der Kunde an seiner Gas- oder Ölrechnung abliest. Alles andere ist Abzocke. Siehe auch: Dämmerung im Strommarkt - Ist drin, was draufsteht?.
Die Pressemeldung von Trittin ist nachweislich FALSCH und ist m.E. vorsätzlicher BETRUG nach § 263 STGB, weil die Broschüre der Kampagne "Wärme von der Sonne", auf die sich Trittin bezieht, parallel von einem 100%-Wärmebedarf von 21.600 KWH spricht und K E I N E thermische Solaranlage in Deutschland 60% von 21.600 KWH = 12.960 KWH Energie effektiv einspart.
siehe hier: http://home.arcor.de/akne2/WaermeVonDerSonne_2005_04_S7mitPM.pdf
Gegen diesen vorsätzlichen BETRUG wehre ich mich seit nunmehr 9 Jahren...
Lieber Herr Hofmann,
das belegen Sie aber nicht, Sie behaupten es nur. Die Anlage von Josef Jenni in Burgdorf (Kanton Bern) erreichte sogar 100%, übrigens mit soviel Überschuss, dass er ein Schwimmbad neben das Haus setzte und mitten im Winter die Leute darin baden ließ - es wurde aus dem solar gefüllten Speicher beheizt und anschließend war immer noch genügend Wärme übrig für die Heizung im Rest des Winters.
Welchen Prozentsatz Einsparung eine Anlage liefert, hängt von vielen Faktoren ab. Das Ergebnis kann von null Prozent bis hundert Prozent reichen. Dem Ergebnis muss der Aufwand gegenübergestellt werden. Das Jenni-Haus war ein Experiment, um zu beweisen: Es geht, wenn auch ohne Rücksicht auf die Kosten. In dieser vollen Konsequenz war der Aufwand zu hoch für ein marktfähiges Angebot. Deshalb gibt sich das Energetikhaus mit weniger als 100 zufrieden, den Rest liefert eine Brennstoffheizung, die sicherheitshalber trotzdem dabei ist.
Dieses nur, um einmal die Extreme aufzuzeigen ...
Ihr Baer
Jenni-Energietechnik, siehe Portrait/Chronik.