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Berufseinsteiger beim 1. Trainingstag

Stellenbewerber sollen etwas riskieren

Die ersten siebzig Teilnehmer am Wettbewerb Eine Stelle finden mit gepflegter Muttersprache bekamen ungewohnte Gedanken und griffige Hinweise zur wirksamen Bewerbung auf den Weg.

Gastgeber des Trainingstages am Samstag, dem 25. März, war die Volksbank eG in Chemnitz. Schüler und Hochschüler diskutierten in getrennten Arbeitsgruppen, mit welchen sprachlichen Mitteln sie Enttäuschungen vorbeugen und ihre Chancen erhöhen, dass sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Als erstes muss jeder seine ureigenen Talente entdecken und sich darum bemühen, sie mit einer bildhaften Sprache würdig darzustellen. Da geht es um Vorkenntnisse und Erfahrungen, die ihm ermöglichen, etwas mehr zu sagen als bloß: "Ich suche eine Lehrstelle." Im zweiten Gang muss er erkunden, wer diese Fähigkeiten gebrauchen könnte, damit aus hunderten von möglichen, aber unwahrscheinlichen Zielobjekten eine überschaubare Zahl werde, höchstens ein Dutzend, besser ein halbes. Um die kümmert er sich aber gründlich. Dazu braucht er wieder die Sprache, zum Recherchieren und damit er erkennt, was sein Zielunternehmen im Markt tut und was es vorhat.

Erst im dritten Abschnitt ging es um das eigentliche Anschreiben, das Blatt Papier, das den Unterlagen zuoberst liegt. Ob der Bewerber ernstgenommen wird, entscheidet sich bereits an dieser Stelle. Einige Teilnehmer mochten sich nicht gleich daran gewöhnen: Wer in seiner Bewerbung nichts riskiert und lieber 08/15 abliefert, was alle anderen auch tun, der riskiert in Wirklichkeit mehr: Dass er aussortiert wird, weil keiner bemerkt, was er zu bieten hätte. Da hilft aber auch keine Mogelpackung. Die Wahrheit ist am stärksten, man muss sie nur über die Rampe bringen. Der Geheimtipp lautet: Verben verwenden, das sind die Tuwörter, sie verraten, was in einem steckt.

Eine bemerkenswerte Erfahrung machten die Veranstalter (Verein Deutsche Sprache, Soli fer und Volksbank Chemnitz): Unternehmen der Region Chemnitz, die das Projekt mit Sympathie begleiten, stellten sich schnell ein. Aber die Berufseinsteiger von den Schulen und Hochschulen, also die erwarteten Teilnehmer des Wettbewerbs, reagierten auf die umfangreiche und kostspielige Pressearbeit gar nicht, auch nicht auf einen Bericht im mdr Job Journal (JoJo) am 21. Februar. Erst als die Volksbank ihren jungen Kunden einen Brief ins Haus schickte, begann sich das Projekt herumzusprechen.

Zwei weitere Trainingstage für die übrigen Angemeldeten stehen aus. Hier finden Sie mehr über das Projekt unter dem Motto Kultur nützt ... den Menschen in der Wirtschaft, dazu gibt es einen begleitenden Weblog mit diskreten Tipps und Gesprächen. Einen Fernsehbericht über den 1. Trainingstag bringt JoJo am 4. April um 13:30 Uhr.

27.03.06 | Oliver Baer

Kommentare zu diesem Artikel:

Dieser Kommentar erschien in einem anderen Netzauftritt. Lesen Sie ihn in voller Länge auf Das E-Business Weblog: Presse vs. TV vs. Brief

Mein Kunde Soli fer, die Volksbank Chemnitz und der Verein Deutsche Sprache veranstalten gerade einen Wettbewerb für Berufseinsteiger mit dem hübschen Namen "Kultur nützt". Es geht darum, gute Bewerbungen zu... Weiterlesen...


28.03.06 14:55

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