


Reines Rapsöl in Dieselmotoren fördere den Kebs mehr als Diesel und Bio-Diesel, heißt es aufgrund eines Fernsehbeitrags in Panorama. Die Aufregung darüber erübrigt sich, sobald man die Einzelheiten betrachtet.
Von der Sache braucht man nicht mehr zu verstehen als der Durchschnittsbürger für den Alltag ohnehin begreift. Bemerkenswert ist nämlich, wie sich die Protagonisten alleine durch ihren Gebrauch der Sprache verraten. Legen Sie die Füße hoch und lesen Sie, was wir Ihnen als pdf-Dokumente zu dem Thema anbieten. Schon der Originaltext der Panoramasendung klärt nicht auf, er drischt so dreist auf alles ein, was "auf Bio macht", dass man die Absicht merkt und die Augen hochklappt. Über dieses Stadium müssten wir doch hinaus sein ...
Falls Sie die Sache an sich spannend finden, lesen Sie weiter: erst die Stellungnahme der Vereinigen Werkstätten für Pflanzenöltechnologie. Achten Sie auf den Ton, wie diese Wissenschaftler dagegenhalten. Da trieft keine Bioduselei, da äußern sich seriöse Leute. Trocken wie ein Zwieback ist der Text und doch aufs Höchste genießbar. Der Vollständigkeit halber fidnen Sie hier auch die Kurzstudie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft über den umstrittenen Versuch und dazu den erläuternden Brief von Prof. Krahl.
Falls Ihre Füße noch im Ruhemodus liegen: Bemerken Sie etwas? Den Unterschied zwischen einer wissenschaftlichen Arbeit und ihrer Verwurstung durch Oberflächenartisten? Die Redaktion hätte genügend Mittel zur Verfügung, ein strittiges Thema so zu durchdringen, dass immerhin der gute Wille erkennbar würde: Liebe Fernsehzuschauer, wir sind nicht objektiv, aber wir bemühen uns.
Falls Sie sich die Lektüre ersparen: Bis keine belastbaren Ergebnisse vorliegen, dürfen Sie ruhig weiter Pflanzenöl tanken. Und während Sie im Stau ins Dösen kommen, begrübeln Sie doch mal die Frage mit uns, wofür Sie Gebühren an die GEZ entrichten. Es soll ja Bürger geben, die ihre Rundfunkgebühren für ein öffentliches Fernsehen gerne hergeben, damit ein seriöses Gegengewicht zu den privaten Sendern erhalten bliebe. Es kann aber auch sein, dass die schon längst nicht mehr fernsehen.
Aus rein hygienischen Erwägungen. Damit sie sich keinen Krebs anärgern.
Zieht man das Fazit aus jener Panoramasendung, so wäre es also besser, uns weiter am zukunftsblinden Hineinstolpern in die Katastrophe zu beteiligen, in die wir durch Verbrennung fossiler Brennstoffe geraten sind.
Vielmehr betrachten wir es als eine der wichtigsten Entscheidungen in unserem Leben, uns im privaten Bereich von Öl, Gas und Kohle, und damit von der Mineralöl- und zentraleen Energiewirtschaft nahezu 100 % zu trennen.
Deshalb müssen wir auch kein schlechtes Gewissen haben, ein Pflanzenölauto zu fahren.
Da platzt einem ja langsam der Kragen, wenn man merkt wie "diverse Fraktionen" in Staat, Politik und Wirtschaft, sich befleißigen mit den haarsträubendsten und derart unseriösen Mitteln, dabei den Bürger vollenst für dumm verkaufend, sich neue Steuereinnahmequellen zu erschließen. Als die Diskussion um die Pflanzenölbesteuerung anfing war doch schon klar, der Staat will am Treibstoffwechsel der Bürger teilhaben. Jetzt beginnt man das Pflanzenöl zu verteufeln (Gesundheitsschutz). Doch oh Wunder, man nimmt den so schädlichen Stoff nicht vom Treibstoffmarkt. Nein, man will ihn besteuern und so was vom Kuchen abhaben. Klar, so läßt sich doch, dank steigendem Pflanzenölverbrauch, die nationale CO2-Bilanz aufpeppen und steht nach außen hin als Saubermann da. Jetzt auch noch in unwissenschaftlicher Art und Weise, die Stimmung in der Bevölkerung anstachelnd, Ängste zu schüren und unbewiesene Gefahren heraufzubeschwören, ist schon ein starkes Stück. Es ist doch erstaunlich, daß sich "Wissenschaftler" vor diesen Karren spannen lassen. Fazit: Es geht wie immer werder um die Gesundheit, noch die Umwelt, sondern wieder nur um das liebe GELD.
Nachtrag: Ihren Hinweis in Sachen GEZ finde ich äußerst treffend Herr Baer.