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atmosphaerisches Bild

Der Energiepass - kommt er?

Verstohlenes Grinsen

Wir gönnten uns einen Wörgschopp zum Energiemanagement, veranstaltet vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Dresden. Eines der Themen war der Energiepass.

An sich eine löbliche Idee: Der Käufer oder Mieter einer Immobilie möchte ermessen, welche Heizkosten auf ihn zukommen. Das soll aus dem Energieausweis hervorgehen. Schwierig wird das in der Praxis. Entweder man berechnet einen theoretischen Wert aus den bauphysikalischen Daten. Oder man verzeichnet den tatsächlichen Verbrauch aus der Vergangenheit. Ersteres wird furchtbar teuer - wer soll den Aufwand bezahlen? Oder es wird billig, dann sind die Berechnungen nichts wert. Und bei der Verbrauchsmessung vergeht Ihnen der Appetit, wenn einer zum offenen Fenster hinausheizt und Ihr Haus landet eine Klasse schlechter als es sollte.

Das erinnert ein wenig an unsere Ausführungen über eine saubere Ertragsvorschau. Angesichts dieser Zwickmühle mag aus der Berliner Verordnung einfach nichts werden, sie wird immer wieder verschoben. Unter den Zuhörern im Wörgschopp war immerhin eine Spezies leicht zu erkennen. Wer da grinste, der musste Anwalt sein. Auf seinen Stand kommt mit dem Energiepass einige Arbeit zu, bezahlte Arbeit. Auch mit edlen Ideen kann man die Welt vergiften, besagt ein jüdisches Sprichwort.

22.09.06 | Oliver Baer

Kommentare zu diesem Artikel:

Leserbrief aus der "ENERGIEDEPESCHE" Nr. 3 2006 Seite 18:

Der Energiepass ist in diesem Sinne nicht nur trojanisches Pferd, sondern:

1.
für Neubauten überflüssig, weil hier bereits nach EnEV der Primärenergiebedarf THEORETISCH (!) ermittelt werden muß!

2.
für Bestandsgebäude überflüssig, weil hier ohnehin reale Verbrauchszahlen vorliegen, die sich jeder Mieter/Käufer vorzeigen lassen kann. Im Sanierungsfalle ist im Übrigen ohnehin die EnEV anzuwenden! Das macht den Energiepass doppelt überflüssig beziehungsweise kostet doppelt Geld. Der Energiepass ist daher erkennbar ausschließlich ein Instrument politischer und wirtschaftlicher Interessen zum Schaden des Bürgers und ohne jeden Nutzen für die Umwelt!

Dipl.-Phys. Rainer Bolle, Bremen

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Aribert Peters, Bund der Energieverbraucher e.V.
www.energieverbraucher.de


Timo Leukefeld | 22.09.06 15:29

Unter diesem Gesichtspunkt fallen mir in letzter Zeit die vielen Energieberater auf, die gegen ein geringes Entgelt den interessierten Bauherren Tipps für Energiesparmaßnahmen im Häusel geben und dafür einen Energiepass ausstellen.Soweit so gut.
Ich habe mir aber auch sagen lassen, dass die meisten Energieberater zum Beispiel von Solarheizungen über 16 m² Kollektorfläche abraten...... weil ihr zur Verfügung stehendes Computerprogramm keine größere Kollektorfläche zulässt. Stimmt das? Ich glaube es nämlich nicht.


Günter Rohrbeck | 25.09.06 21:20

Es wäre sehr schön wenn mann sich bei dem
Hikhak um den Energiepaas endlich mal
auf eine klare Linie einigen könnte,im Intresse der betroffenen Verbraucher,weil es wohl sonst schwierig werden könnte den Energiepass beim Kunden durchzusetzen.
Ich glaube das dass letzendlich eine gute Sache ist, die den Hauskäufern und anderen Nutzern desselben zumindest einen guten Überblick über den Energievebrauch ihrer Imbobile geben kann.
Holger Frank
Solarberater


Holger Frank | 29.09.06 12:23

Haaaallo, ist denn da im www kein Energieberater, der mir eine Antwort auf meine Frage mit den " größer als 16 m²" Kollektorfläche geben könnte? ( siehe Eintrag 25.09.06)


Günter Rohrbeck | 04.10.06 16:03

Hallo Herr Rohrbeck,

natürlich geht das! Solare Heiungsunterstützungen bis zu theoretischen 100% sind berechenbar, aber dies wäre dann wohl selbst für solifer (Ist das eigentlich ein deutsches Wort?)etwas reichlich.


Jens Wittrich | 19.10.06 17:25

... so deutsch wie das Wort theoretisch.


Oliver Baer | 19.10.06 18:02

Lieber Herr Wittrich,

können Sie mir bitte das Energieberaterprogramm genau benennen, mit dem Sie diese Berechnung durchführen?

Die fast 100% sind für Soli fer schon Alltag. In zwei Häusern wurde das bereits realisiert s. Energetikhaus 100. Soli fer ist lateinisch, hier als Eigenname verwendet und heißt - der Sonne entgegen bzw. die Sonne bringend -


Timo Leukefeld | 19.10.06 19:53

Und warum raten viele Energieberater Bauherren von Sonnenwärmeanlagen größer als 16 m² ab?


Günter Rohrbeck | 22.10.06 22:18

Lieber Herr Rohrbeck und Herr Leukefeld,
Natürlich sind mehr als 16 m2 thermischer Solarfläche auf dem Dach sinnvoll, wenn das Gesamtkonzept der Anlage und das Haus dazupassen. 100% solare Deckung muß man nicht mit einem Energieberaterprogramm nachweisen.
Derzeit ist kein geeignetes Programm für Häuser mit hohen solaren Deckungsgraden auf dem Markt.
Aber mit Tabellen und Schätzungen kann man das ganz gut abschätzen.
Was nützt eine genaue Berechnung, wenn die tatsächlichen Parameter schon in der ersten Stelle von den Annahmen abweichen können.
Georg Dasch Solararchitekt


Georg Dasch | 26.10.06 14:28

Lieber Herr Dasch,

was meinen Sie mit Ihrem Ausruf: "Was nützt eine genaue Berechnung, wenn die tatsächlichen Parameter schon in der ersten Stelle von den Annahmen abweichen können."

Könnten Sie da ein bisserl nachlegen? Danke vorab,


Oliver Baer | 30.10.06 15:52

Hallo liebe Damen und Herren,

es gibt ein Energieberatungsprogramm, welches Sie suchen: Energieberater 5.0 pro von Hottgenroth und Modul getsolar 8.1.
Ich habe selbst schon Anlage mit 90-150 m² gerechnet.
Übrigens sind auch die Buschbeck-Anlagen hervorragend zu simulieren (Solar-WT/Wasser-WT, Speicher etc...).

Beste Grüße,
T. Arnold


Arnold | 31.10.06 19:25

Vielen Dank für den Tipp, Herr Arnold und beste Grüße zurück.


Günter Rohrbeck | 01.11.06 17:48

Guten Morgen liebes Land und Leute,

Frage an die Rechenkünstler und ihre Software:
Ab wieviel m² Solarkollektorfläche wird soviel Energie entzogen, dass die globale
Klimakatastropentemperatur in den nöchsten Jahren um 2 °C sinkt? Das wäre doch noch ein schönes Argument,oder?
Oder glaubt jemand, dass Wind-, Sonnen- und Erdenergieauslutschung nebenwirkungsfrei sind?
Das ist kein Argument gegen "alternative" aber auch endliche Energie, aber gegen blindes Nachplappern von naturwissenschaftlichem Nonsens von "Klima" bis Naturschutz. Wie bei Holzpelletsideologien. Hätte man die Natur schon früher geschützt, hätten wir heute noch Gletscher in Deutschland und könnten noch besser Schlitten gefahren werden.

Gute Nacht Abenland


Rainer Bolle | 08.02.09 01:57

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