


Vielleicht sehen Sie einmal ein Auto herumstehen, umgeben von siebzig leeren Mazzola-Flaschen. Dann wissen Sie: Hier war das Fernsehen und hat gefilmt wie ein wehrhafter Dieselfahrer Pflanzenöl in seinen Tank kippt.
Daran ist nichts spektakulär, denn seinen Sprit zapft er in Wirklichkeit aus einem doofen Plastik-Tank im Geräteschuppen. Auf dem Bildschirm wäre das aber so spannend wie einer Ampel beim Rotbleiben zuzuschauen. Fernsehleute kommen daher gerne auf den originellen Gedanken, das Thema mit Markenöl aus dem Lidl-Regal visuell aufzumotzen:
Guckma, der fährt mit Pommes-Öl! Ja gehtas?
Unsere Dienstwagen fahren zum Tanken aber nicht bei Edeka vor, wir kamen im letzten Jahr auf 59 cents pro Liter (gegenüber 83 cents für Diesel), weil wir immer gleich 500 Liter einkaufen, und das darf jeder, denn so ein naturbelassenes Öl ist harmlos, da dürfen Sie sogar während des Zapfens rauchen. Müssen Sie aber nicht.
Das ganze kostet sie eine einmalige Umrüstung unter der Motorhaube, Größenordnung ganz wenig bis 2000 Euro (je nach Modell), das Resultat ist ein Allesfresser, das heißt der Motor kanns mit Salatöl und mit Diesel (wenn, wie gesagt, mal kein Tengelmann in der Nähe ...)
Bei unserer Autoflottte hat sich die Umrüstung bereits nach acht Monaten von selber bezahlt, seither sparen wir pro verfahrenen Liter sage und schreibe 30 Cents. Falls Sie einen galizischen Fischer kennen, erzählen Sie ihm das. Wir verringern die Zahl der Tanker entlang seiner Küste.
(Dieser Beitrag stand in der eMail-Ausgabe des Sonnenflecks vom Januar 2003)