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Sonnenfleck

Jahrgang 2, Ausgabe 4
14. April 2004
ISSN 1612-7986

Inhalt dieser Ausgabe:

  • VERWIRRUNG
    Solar, das ist doch die Sache mit dem Strom, oder?
  • ENTWIRRUNG
    Argumente für am Gartenzaun
  • SCHNIPSEL
    Freiberger Lokalpatriotismus
    Freitaler Bastelstunde, in Freiberg

Liebe Leser,

Über den SPIEGEL soll sich der Leser ärgern, auch ein bisserl freuen darf er sich. Vorzugsweise sind Protest und Zustimmung so durchmischt, dass er weiter liest. Von diesem Prinzip lebt der SPIEGEL, das hat uns Sternstunden des Journalismus beschert, gelegentlich auch das Gegenteil.

Da gab es beinahe auch bei uns Streit: Gibt sich der Sonnenfleck mit der SPÌEGEL-Titelgeschichte "Der Windmühlenwahn" ab, oder lassen wir die Politik liegen, wo sie sich am liebsten aufhält, an Deck der Titanic, beim Rücken der Liegestühle?

Wir wollten es schon sein lassen, da hörten wir den Deutschland- funk. Drum finden Sie diesmal Gedanken und Anhaltspunkte zu Fragen, die auseinander gezupft gehören.

Trotzdem einige Freude beim Lesen wünscht Ihnen, Oliver Baer

VERWIRRUNG

Solar, das ist doch die Sache mit dem Strom, oder?

Beim Abhören des Deutschlandfunks ging uns ein Licht auf. Da sagte ein Redakteur, der es sonst fehlerlos hinbekommt: "Bei den regenerativen Energien geht es um die Gewinnung von Strom aus Sonne, Wasser, Biomasse ..." und so weiter.

Also, wenn Halbwahrheiten schon den Vernünftigen durcheinander bringen: Solarthermie - Sie erinnern sich: die Sonne liefert erneuerbare Gratisenergie, Sie kennen unsere Branchenpropaganda - also Sonnenwärmeanlagen machen keinen Strom, sondern Heizenergie. Auch das Pflanzenöl, das wir statt Diesel in unsere Autotanks kippen, dient nicht der gemäß EEG vergüteten Stromeinspeisung, sondern der Fortbewegung unserer Dienstfahrzeuge auf der Straße.

In der Net-Zeitung wurde dann veröffentlicht [1], was der SPIEGEL im Oktober 2003 nicht drucken mochte, sodass ein langjähriger Redakteur nun gekündigt hat. Da finden sich dieselben Fakten wie in der Titelgeschichte, und ein paar mehr, aber da liest sich die Geschichte etwas anders, sogar spannender [2]. Aber auch diesen Einwand finden Sie dort:

"Einen Teil des Gegenwinds für ihre Branche haben sich die Windstromer allerdings selbst zuzuschreiben. Viel zu lange unterschätzten sie den Zorn aufgebrachter Landbewohner und Wochenendhausbesitzer, die ihre ländliche Ruhe durch die Drehflügler gestört sehen und die Verschandelung traditio- neller Kulturlandschaften beklagen."

Solche Empfindungen gehören nicht abgebügelt. Auch nicht mit dem Hinweis, dass den 15.000 Windrädern immerhin 180.000 Strommasten vorangegangen sind. An die haben wir uns nun mal gewöhnt. Und Strom sparen mögen wir auch nicht, also nicht wirklich. Oder?

(ob)

Die vom SPIEGEL nicht gedruckten Artikel, nun in der Net-Zeitung veröffentlicht:

(1) Machtkampf um den Energiemix http://www.netzeitung.de/medien/280662.html

(2) Was kostet die Windkraft? http://www.netzeitung.de/medien/280679.html

(3) Dazu weitere Quellenangaben aus der Sonnenseite: http://www.sonnenseite.com/fp/archiv/Akt-News/4672.php

ENTWIRRUNG

Argumente für am Gartenzaun

Nebst Klappern gehört zum Handwerk das Klagen. Wie man zu hören bekommt, stiehlt die allzu großzügige Förderung für den Sonnenstrom den Anbietern von Sonnenwärmeanlagen die Butter vom Brot.

Das Jammern beruht auf der Unterstellung, dass Sie, liebe Kunden, wie die Pawlow'schen Hunde zu geifern anfangen, sobald einer mit Förderknete winkt, und deshalb strömen Sie zur Zeit millionenfach in Richtung Photovoltaik, statt Ihre Heizung durch eine solar- thermische Anlage zu entlasten. Na na, wenn das man gut geht?

Eine Anekdote, die den Vorzug besitzt, echt aus dem Leben gegrif- fen zu sein, erlebte Timo Leukefeld. Er trat vor ein wohlgestimm- tes, neugieriges, eingeladenes Publikum, und begann über Sonnen- wärmeanlagen zu sprechen. Bald fiel ihm jedoch auf, die Leute waren nicht bei der Sache.

Was ist denn los, fragte er. Man kam ins Gespräch, und es zeigte sich - die Hälfte der Leute waren wegen Sonnenstrom gekommen, die wollten auch mitverdienen, da gäbe es doch diese tollen Renditen, neuerdings - und was er denn dazu meinte? Das wollten sie wissen.

Wie die Geschichte ausging, erzählen wir ein ander mal, nämlich wenn die alle bei uns eine solarTHERMISCHE Anlage gekauft haben, die wegen SonnenSTROM gekommen waren. Aber damit kein Ungemach geschieht, falls Ihr Nachbar am Gartenzaun meint, Sie hätten besser in die Stromsache investiert, schenken wir Ihnen und uns diese Tabelle: Aus der geht objektiv hervor, was wir schon immer meinten: Unser Angebot ist viel schöner. Echt!

Aus aktuellem Anlass:

Sonnenstrom gegenüber Sonnenwärme


  Sonnenstrom
Photovoltaik
Sonnenwärme
Solarthermie
---------------------------------------------------------------------
Was wird
erzeugt?
Strom / Elektrizität Wärme für Heizung und Dusche
Auf dem Dach Photovoltaik-Moduln Sonnenkollektoren
Wirkungsgrad etwa 15 % etwa 80 %
Energieernte pro m² & Jahr 70-90 kWh/m²a 250-500 kWh/m²a
Lebensdauer etwa 30 Jahre etwa 50 Jahre
Amortisation 14-18 Jahre 7-13 Jahre
Zinsgünstige KfW-Kredite? ja ja
Fördermittel zur Zeit 57 cents pro Kilowatt stunde für den ins Netz gespeisten Strom (EEG) 110 Euro pro Quadratmeter Kollektor - nicht rückzahlbar
Sicherheit der Investition Je nach Regierung: Bleibt es bei der Einspeisevergütung? Zuschuss wird ein malig ausgezahlt, gleich nach Einbau
Ersparnis Keine, Investition dient der Geldanlage Ja, Senkung der Heizkosten
Nutzung der Solarenergie im eigenen Haus? Nein: Nicht einmal wenn die Moduln auf dem eigenen Dach liegen Ja: Nur im eigenen Haus sinnvoll - aufs eigene Dach gehört was das Haus braucht




Entscheidungshilfe für Anleger:

Wenn Sonnenstrom, dann investieren Sie lieber in Anlagen auf gro- ßen Dächern, am besten im sonnigen Süden. Sonst in Solarthermie, in eine Anlage im eigenen Hause, dort stiftet sie Sinn.

(ob)

Schnipsel

Freiberger Lokalpatriotismus

Was man heute Nachhaltigkeit nennt - nur so viel verbrauchen wie immer wieder nachwächst - kommt aus der Försterei und wurde 1713 erstmals formuliert von einem Freiberger Berghauptmann, Hans Carl von Carlowitz, in seinem Werk "Sylvicultura Oeconomica".

Es muss einmal eine Zeit gegeben haben, da war die Bewirtschaf- tung der Waldkulturen eine ökonomische Sache. Dass Ökonomie und Ökologie einander auf die Füße träten, wurde erst in der jüngeren Neuzeit entdeckt, von Leuten die an dem Tag in der Schule gefehlt haben.

Den Hinweis auf Freiberg - worauf wir mächtig stolz sind - als Wiege der nachhaltigen Entwicklung verdanken wir Franz Alt:

http://www.sonnenseite.com/fp/archiv/Akt-News/4652.php




Freitaler Schauziegeln, in Freiberg

Zu Gast bei unserem Tag der Erneuerbaren Energien ist diesmal ein neuer Teilnehmer mit etwas sehr Schönem: Ziegel aus dem besten Ton der Erde gebacken, und wenn Ihnen das ökomäßig selbst ge- strickt vorkommt: Die Ziegel sind mit einem Zehntel Millimeter Toleranz plangeschliffen.

Das machen die Ziegelwerke Eder aus gutem Grund, erlaubt es doch eine einfache, wirtschaftliche Verarbeitung. Allerdings hat diese Qualität Ansprüche bei der Kundschaft geweckt, die man, wie der Zauberlehrling die Geister, nicht mehr los wird, und eigentlich auch nicht mehr loswerden möchte.

Es geht Eder (aus Freital) auch darum, die Wertarbeit wieder zu entdecken. Die gesünderes Wohnen ermöglicht, länger hält und unter dem Strich billiger kommt als stets die Abkürzung zu fin- den, mit der man lauter Bausünden begeht, die nachher keiner mehr berichtigen mag.

Selbst entdecken können Sie das beim Schauziegeln im Hof unseres Solarzentrums (in Freiberg) am Samstag, 17. April, ab 9 Uhr, zum Tag der Erneuerbaren Energien, an der Zuger Straße 7b.

Wie immer gibt es Würschtel und Bier, und smartes Spielzeug für die ewig Jungen. Die Uhrzeiten und Themen der vier Fachvorträge finden Sie auf unserem Netzauftritt:

http://www.soli-fer.de

Man lässt sich gerne verwöhnen: Komfort und Rendite mit einer Solarheizung - Telefon +49 (0)3731 692100