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Eines der ersten Energetikhäuser Eines der ersten Energetikhäuser

95 Prozent solar beheizt

Beim ersten Energetikhaus dieser Art verzeichnete die Messstelle der TU Freiberg im ersten Winter Heiz- und Warmwasserkosten von 40 Euro, einschließlich der Stromkosten für die Pumpen. Es wäre noch weniger gewesen, wäre die Familie nicht so neugierig auf den Kaminofen im Wohnzimmer gewesen - an sich dient er nur dem Notfall, in einem sibirischen Winter.

Das Haus atmet, man kann wie gewohnt lüften und beheizt es dennoch ohne fossile Brennstoffe: Die Wände sind aus Eder-Ziegeln gebaut und als Dämmstoff dienen reine Naturstoffe, vor allem Flachs. In der Mitte des Hauses steht der Pufferspeicher mit 28.000 Litern Speicherwasser. Das Haus ist praktisch rings um den Speicher konstruiert. So wie das Dach geneigt und mit Solarkollektoren ausgelegt ist, und so wie der Puffer und die Systemtechnik ausgeführt und passend zum Standort programmiert wurden, können die Bewohner auch weiterhin damit rechnen, dass sie ohne bezahltes (!) Heizen auskommen werden ... in der Regel.

Sollte es ein sehr strammer Winter werden und der gewaltige Pufferspeicher leert sich schon vor dem Frühjahr, dann legt man im Wohnzimmerkamin ein Holzfeuer an und verhilft dem Speicher zur Minimaltemperatur. Mit Öl, Gas, Strom oder Wärmepumpe wird es nicht beheizt und eine Be- und Entlüftungsanlage (wie sie im Passivhaus erforderlich ist) braucht man ebenfalls nicht. Warum kam es dennoch zu Heizkosten schon im ersten Winter? Die Hausherren konnten sich nicht verkneifen, ihren Kaminofen auszuprobieren. Das Energetikhaus100 wurde mit dem Deutschen Solarpreis 2006 ausgezeichnet.

Das Energetikhaus100 wurde gemeinsam entwickelt von Soli fer, der Technischen Universität Freiberg, einem Ziegelhersteller und einem Bauunternehmen. Die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen von der TU bleibt bestehen - das erste gebaute Energetikhaus bleibt ein Ort der Forschung.

Das Haus atmet, man kann wie gewohnt lüften und beheizt es dennoch ohne fossile Brennstoffe (Foto: Soli fer)

Oft werden solche Ganzjahresolarhäuser dem Passivhaus gegenüber gestellt. Darauf geht unser Beitrag ein: Aktivhaus oder Passivhaus - Was will der Bauherr? Eine verwandte Lösung, bei der nicht auf 95, sondern nur 50 Prozent solare Deckungsrate gezielt wird, ist bei dem Stadthaus in Chemnitz zu sehen. Lesen Sie hierzu auch über Zweck und Größe der solarthermischen Anlage.